Eni Subair hat sich mit dem Duo hinter dem Dr. Martens Aurix Styling-Shoot getroffen, um über Ursprünge, nachhaltige Mode und das Finden des eigenen Stils zu sprechen.
Seit fünf Jahren nutzt Isabella Vrana, Mitgründerin von 128 London, einen bewährten Lackmustest bei der Auswahl von Vintage- und unabhängigen Verkäufern: "Wenn ich es kaufen würde, nehme ich es ins Sortiment."
Seit der Eröffnung an der Hackney Road im Dezember 2024 hat sich 128 London – gegründet von Isabella und ihrer Geschäftspartnerin sowie Gründerin von Vival Studios, Crystal Trevennen – zu mehr als nur einem Shop entwickelt. Zu gleichen Teilen Retail-Spot und Community-Hub für East Londoners und darüber hinaus: An jedem x-beliebigen Tag kannst du bei einem Pilates-Kurs mitmachen oder eine seltene Prada-Bag aus den 00ern finden – samt passender Vibrams. Der Instagram-Feed von 128 London ist eine laufende Hommage an die designer-affinen Kund*innen, während die Co-Founderinnen den Space als „Hotspot für kuratierte Womenswear“ beschreiben. Da kann man nicht widersprechen.
Wie so oft in der Mode war es eine gemeinsame Liebe zu Vintage, die Crystal und Isabella zuerst zusammengebracht hat. „Ich habe Crystal über Depop kennengelernt“, sagt Isabella. „Ich habe 1.000 £ für ihre Sachen ausgegeben, noch bevor ihr Pop-up offiziell eröffnet hatte!“ Lange bevor sie sich online begegneten, war Crystal aus Cornwall schon eine echte Vintage-Kennerin: Während sie in Bristol studierte, verkaufte sie nebenbei Secondhand-Teile auf Depop. Ihr unverwechselbarer Stil – ein Mix aus Bristol-Coolness, „Playboy-Puffern und Nike Shox“ – sorgte dafür, dass Studierende und Trendsetter gleichermaßen zu ihrem wachsenden Business strömten. „Als ich mit der Uni fertig war, habe ich genug verdient, um Vintage in Vollzeit zu verkaufen“, sagt Crystal. „Als ich nach London gezogen bin, wurde das Business immer größer und größer.“
Bevor sie vor zehn Jahren nach London zog, entwickelte Isabella, die in Cheltenham aufgewachsen ist, eine Vorliebe für Vintage — sie stöberte in „Rokit-ähnlichen Läden“ und trug abgeschnittene Levi’s-Shorts. Außerdem waren Friends’ Rachel Green und die Spice Girls ihre Blaupause, und sie war „besessen von allem aus den 90ern“. Wie Crystal fing sie in ihren ersten Jahren in London an, mit Klamotten zu experimentieren und Secondhand-Unikate zu verkaufen. „Ich habe angefangen, mehr europäische Designer zu tragen und zu verkaufen“, sagt sie. 2024 haben sich die beiden offiziell zusammengetan, um 128 London zu eröffnen — ein Projekt, das schon länger in der Luft lag. Seitdem ist ihre Verbindung nur noch stärker geworden. Und inzwischen haben sie ein zehnköpfiges Team
Aber zurück, wie immer, zu den Klamotten. Was war ihr erster unvergesslicher Kauf? „Eine Prada-Tasche aus den 90ern“, sprudelt Isabella heraus – genauso begeistert wie am Tag, als sie sie gekauft hat. „Ich hab sie am Anfang totgetragen, und ich hab sie immer noch, weil sie so zeitlos ist. Sie fühlt sich auch wie ein Relikt an, weil sie den Moment markiert, in dem ich mich in Vintage verliebt habe.“ Crystal antwortet ohne zu zögern. „Es war ein Kenzo-Kleid, das ich vor sieben Jahren in einem Charity-Shop in Notting Hill gekauft habe – ich trage es immer noch ständig!“
Nachhaltigkeit ist in der Mode zu einem zentralen Gesprächsthema geworden – und bringt viele in der Branche dazu, ihren Einfluss zu überdenken und bewusste Wege zu finden, zu arbeiten. Für Crystal und Isabella ist der Vintage-Markt eine Möglichkeit, Individualität auszuleben und dabei an den Planeten zu denken. „Es fühlt sich an, als könnte man der Welt nicht allzu sehr schaden, weil du etwas weiterverkaufst, das es schon gibt“, sagt Crystal. Isabellas Ansatz für ihre eigene, gleichnamige Linie – die weit mehr ist als nur diese Insta-berühmten Hook-Tops – ist genauso durchdacht: „Ich entwerfe alles in London, und ich lasse ethisch produzieren“, erklärt sie
Auch wenn sie ihren Geschmack über die Jahre verfeinert haben, bleiben sie bei den Basics im Kleiderschrank echte Loyalistinnen. Punkige New-Rock-Plateaus waren Isabellas Go-to, als 128 London zum ersten Mal die Türen öffnete, während Crystals Prada-Slip-ons – ein weiterer Vintage-Schatz – im Store nach wie vor für Interesse sorgen. Nach dem Shoot schwärmen beide von den Aurix Lederschuhen. Schließlich ist immer Platz für noch ein Paar Docs auf der Liste. „Ich hab meine ohne Socken getragen, was ziemlich mutig ist – und keine Blasen!“, sagt Isabella. Crystal ergänzt, dass die Lederschuhe, „die einen Vintage-Vibe haben“, diesen Sommer ihr Go-to-Paar fürs Festival werden.
Da sich zum Jahresende der zweite Geburtstag von 128 London nähert, blicken die beiden zurück, wie sich ihre unverwechselbaren Styles seit ihrer ersten Begegnung entwickelt haben. Isabella beschreibt ihre Looks heute als "minimalistisch und entspannt", was sie beim Shooting unterstreicht, indem sie eine Hose von Geel Elliot mit einem Marc Jacobs Shirt und Aurix Schuhen kombiniert. Auch Crystal setzt auf dezentere Töne und trägt einen transparenten Rock von Paloma Wool über einem Rock von Gina Corrieri mit einem Baby Tee. Bevor es zurück in den Store geht, teilen sie noch ein paar Weisheiten zur Entwicklung eines persönlichen Styles. "Lass dich von deiner Umgebung und den Menschen um dich herum inspirieren", sagt Crystal, während Isabella ergänzt: "Mach ein mentales Foto und kreiere deine eigene Version eines Outfits. Und steig aus den sozialen Medien aus!"
Was bringt deine Sohle zum Federn?
Isabella:
„Ich habe vor ein paar Jahren aufgehört zu trinken, und das hat verändert, wie ich abends ausgehe. Am Samstag war ich im The Cause [in East London] und hatte die beste Zeit überhaupt. Ich habe DJs entdeckt, von denen ich noch nie gehört hatte – ich bin jetzt irgendwie total obsessed damit!“
Crystal:
„Ein Gewässer ist einfach mein absolutes Lieblingsding überhaupt.“